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Twilight-Saga

Twilight-Saga

Schon vor langer Zeit schwärmte eine Freundin von Edward und den Büchern allgemein, doch nach der Erkenntnis, dass es sich bei besagtem Edward um einen 17-jährigen Vampir handelt, habe ich den Gedanken an diese Bücher schnell beiseite geschoben. In der Regel interessiere ich mich weder für Vampirgeschichten noch für amerikanische Teenager-Highschool-„Dramen“.

 

 Durch die Hörbücher auf youtube bin ich dann doch daran gekommen und nachdem ich die ersten Kapitel mehr aus Langeweile und Neugier über Internet gehört habe, war mir klar, dass die Bücher her mussten. Nun bin auch ich der Twilight Saga verfallen und habe die Bücher innerhalb weniger Tage verschlungen.

Stephanie Meyers zeigt uns ein Bild von Vampiren, das alte Mythen über den Haufen wirft, andere alte Traditionen gleichzeitig übernimmt. Gleiches gilt für das allgemein übliche Bild der Werwölfe. Meyer lässt ihre Hauptcharaktere frei von bisherigen Klischees existieren, was die Geschichte deutlich spannender und dynamischer gestaltet.

 

Mit der 17-jährigen Bella als Ich-Erzählerin taucht der Leser zunächst in eine typisch amerikanische Kleinstadt ein, teilt mit Bella die ersten Tage in der neuen Heimat bei ihrem Vater und in der neuen Schule, schließt neue Freundschaften und glaubt sich in dem klassischen Start einer weiteren Teenager-Komödie. Doch mit Edwards und später auch Jacobs Auftauchen öffnet sich für Bella und den Leser eine völlig neue Welt – die Welt der Vampire und Werwölfe; voller Wunder und Freuden, aber auch Problemen, die Bella nie für möglich gehalten hatte.

Man könnte kritisieren, dass Edward – von seiner Eifersucht und seinem etwas übertriebenen Beschützerinstinkt abgesehen – vielleicht ein wenig zu perfekt geraten ist, um real zu sein – zu perfekt sogar für einen Vampir. Aber gerade als weiblicher Leser sieht man gerne darüber hinweg  und genießt diesen perfekten Mann in seiner Phantasie. Denn natürlich verhält er sich mit seinen knapp 100 tatsächlichen Jahren nicht wie der 17-Jährige, der er zu sein scheint. Welche Frau träumt nicht von einem gebildeten, gutaussehenden und zärtlichen Gentleman als Freund? 

Alle vier Romane sind nach dem klassischen Dramenmodell aufgebaut: Eine mehr oder weniger ausführliche Exposition gefolgt von der Steigerung, die einen Großteil der Romane ausmacht und vor allem von der Dreiecksbeziehung zwischen Bella, Edward und Jacob geprägt ist. Schließlich kommt die Geschichte an ihren Höhepunkt an dem sich Bellas Schicksal wendet und sie gemeinsam mit den Cullen-Vampiren oder den Werwölfen um Jakob der Katastrophe entgegen steuert. Alle vier Romane weisen deutliche retardierende Momente auf in denen sich die Handlung weiter zuspitzt und sich die Geschehnisse noch mehr verstricken, ehe sie schließlich zur Beinah-Katastrophe führen, in der jeweils einer der beiden Protagonisten zum Lebensretter des anderen wird und die Konflikte löst.

 

Im vierten und letzten Band lässt die Autoren meiner Meinung nach etwas nach. Im Vergleich zu den ersten Büchern verliert „Breaking Dawn“ an Tempo, Gefühl und auch an Glaubwürdigkeit. Ist Bella anfangs noch ein ganz gewöhnlicher, tollpatschiger Teenager, mit dem sich wahrscheinlich jede Leserin in gewisser Weise identifizieren kann, wird sie hier vermehrt zur Superheldin. Auch die Romantik bleibt ein wenig auf der Strecke; die Hochzeitsreise und -nacht werden zur Komödie, ihre Verwandlung dagegen zum Melodrama. Ich hatte das Gefühl, dass Meyers ihre Serie mit einem Feuerwerk abschließen wollte, dabei aber leider ein wenig über das Ziel hinaus geschossen ist. Nicht immer muss alles größer, dramatische, witziger und bombastischer sein. Es hätte ausgereicht, wenn sie das hohe Niveau ihrer ersten drei Bücher beibehalten hätte, denn auch hier ist der Aufbau und die Idee des Romans vielversprechend, hätte spannend und vor allem sehr gefühlvoll werden können. Trotzdem ist auch „Breaking Dawn“ ein großartiges, lesenswertes Buch.

Ihr Schreibstil ist den Büchern angemessen, nicht allzu originell, aber flüssig und schön zu lesen. Sie findet eine perfekte Balance zwischen Beschreibungen, Spannung, Gefühl und Situationskomik, ich konnte mir beim Lesen weder das Lachen noch die eine oder andere Träne verkneifen.

 

Fazit: Keine Bücher, die irgendetwas in der Welt oder den Gedanken bewegen oder einen wochenlang nicht mehr loslassen, aber dennoch haben sie alles, was kurzweilige Unterhaltung braucht: Spannung und Gefühle, Liebe und Streit, etwas zum Lachen wie zum Weinen und eine Protagonistin aus dem Leben gegriffen. Definitiv nicht nur für Teens :-) !

Vor knapp 15 bekam ich dieses wundervolle Buch über die ganze schicksalhafte Lebensgeschichte des Phantoms der Oper. Alle paar Jahre verspüre ich das Verlangen, das Buch erneut zu lesen und es ist eines der sehr wenigen, das auch nach all den Jahren nichts an Anziehungskraft, Tragik und Gefühl für mich verloren hat. Deshalb möchte ich dem Buch an dieser Stelle mit einer Rezension huldigen und es allen Lesern ans Herz legen.

Den meisten ist durch das französische Original, das Musical oder diverse Verfilmungen die tragische Dreieckes-Liebesgeschichte zwischen dem entstellten Mann, der jungen Opernsängerin Christine und deren Liebhaber Raoul.

 Doch das Schicksal dieses unglücksseligen Menschen begann bereits bei seiner Geburt 1830. Mit einem schrecklich entstellten Gesicht lernt Erik von seinem ersten Atemzug an nichts als Ablehnung und Hass kennen, am allermeisten von seiner Mutter, die sich nicht einmal in der Lage sieht, ihren Sohn zu küssen. Im zarten Alter von zehn Jahren verlässt der mit übernatürlichen Begabungen für Musik, Architektur und Kunst ausgestattete Junge seine Mutter, um sie von der Bürde seiner Existenz zu befreien und sich von Menschen entfernt zu verkriechen. Er gerät jedoch in die Fänge von Zigeunern, die ihn als Attraktion in einen Käfig sperren und misshandeln, ehe er sich einen Ruf als Zauberer macht und aus Selbstverteidigung heraus zu töten lernt, um frei zu sein. In Rom lernt er von einem Steinmetzmeister, der sein unglaubliches Genie erkennt, zum ersten Mal, was es bedeutet, geliebt zu werden – und selbst zu lieben. Doch der Selbsthass, den er sich aufgrund der Ablehnung der Menschheit angeeignete hat, kehrt  zurück und erkaltete sein Herz, als er mit ansehen muss, dass sich das Mädchen, dass er verzweifelt liebt, beim Anblick seines wahren Gesichts in den Tod stürzt.

Er gelangt schließlich nach Persien, wo er durch seine Fähigkeiten als Zauberer, Architekt und Baumeister zeitweilig die Gunst des Schahs und persönlichen Reichtum erlangt, jedoch seine letzten Fähigkeiten zu fühlen durch kalte Auftragsmorde im Namen der Khanum verliert, und schließlich in Ungnade gefallen vor der Hinrichtung fliehen muss und 1856 nach Paris gelangt.

Dort wird er erster Baumeister für den lange erhofften Bau der neuen Pariser Oper. Während der Unruhen des Einfalls der Preußen, des darauffolgenden Bürgerkriegs und des daraus resultierenden Baustopps, erschafft er sich seine eigene Domäne in den tiefen Gewölben unter dem Opernhaus, um sich vor der grausamen Welt der Menschen zu verstecken. Dort wird er zu einem Geschöpf der Einsamkeit und Dunkelheit und schließlich zum Operngeist – zum Phantom der Oper.

Seine mühsam aufgebaute Schutzmauer aus Einsamkeit, Hass und Gefühllosigkeit wird jedoch jäh bis auf das Fundament zerstört, als er im Alter von 51 Jahren das erste Mal das Chormädchen Christine hört und sieht. Nach einem halben Jahrhundert unterdrückter Gefühle, projiziert er all seine manische Liebe und Verehrung auf die naive, labile und kindliche 20-Jährige, die durch ihn zu einem willenlosen, hypnotisierten Kaninchen, aber auch zu einem gefeierten Opernstar wird. Das plötzliche Auftauchen ihres schneidigen Liebhabers Raoul und Christines Reaktion darauf schwören Eriks krankhafte Eifersucht, seinen Hass und zuletzt seine kaltblütige Mordlust erneut herauf und zerstört das kurze Glück der beiden. Dies ist der Anfang vom Ende dieses traurigen, liebenden und hassenden Mannes; des Genies und Mörders; in den Augen der Menschheit ein Monster und Wahnsinniger.

Überwältigt von seiner eigenen Liebe, ihren Gefühlen und der Einsicht, sie nie selbst glücklich machen zu können, gibt er Christine schließlich auf und vertraut sie dem jungen Grafen an. Doch Christine kehrt kurz vor ihrer Hochzeit mit Raoul noch ein letztes Mal zu dem sterbenden Erik zurück…

 

Erzählt aus wechselnden Perspektiven – seiner Mutter, seine wenigen Freunde, Christines, Raouls und Eriks selbst – mit einfühlsamem, elegantem und präzisem Stil geschrieben, trifft fast jedes Wort mitten ins Herz des Lesers und lässt uns an Eriks Leben teilhaben, mit all seinen Grausamkeiten, seiner Leidenschaft, seinem Schmerz, seiner Liebe und seiner Angst vor Zurückweisung – vor allem aber seinem sehnlichen Wunsch, endlich um seiner selbst willen geliebt zu werden.

Es zeigt nur zu deutlich, wie oberflächlich, mit welcher Angst und welchem Hass viele Menschen auf Andersartige reagieren, und welche Auswirkungen diese Erfahrungen auf das Leben eines einst so begabten, sensiblen und gutherzigen Mannes haben kann – fast zwangsläufig haben muss.

Für mich ist „Das Phantom“ einer der Romane, der mich ohne Sentimentalität am tiefsten in meinem Herzen berührt und auch nach der letzten Seite noch lange gefangen hält.

 

Eigentlich ein absolutes Muss in jedem Bücherregel!!! Bei amazon gebrauchte sogar unter 1 Euro zu bekommen ;-)

Da bin ich mal wieder – für einen kurzen Blitzbesuch im Internet.

Ich lebe tatsächlich noch. Es ist auch weiß Gott nicht so, dass ich keine Lust oder keine Themen mehr auf / für dieses Blog hätte. Es liegen tatsächliche etliche halbfertige Berichte hier in der Warteschleife. Aber seit Mitte Juni (!) ist aus mysteriösen Gründen mein Notebook aus unserer WLAN – Verbindung rausgeworfen worden, so dass ich computer-tchnisch von der Außenwelt abgeschnitten bin. Daher nutze ich meinen Kurzurlaub in Essen auf für einige Internetaktivitäten. Allerdings werde ich die knapp bemessene Zeit nicht für allzu viele Berichte an dieser Stelle nutzen, ich hoffe, ihr habt Verständnis. (Wenn nicht, ändert es auch nichts…)

Ich mag meinen Job ja durchaus, ich habe Pferde, frische Luft und viel Bewegung den ganzen Tag; zudem muss ich mich selten mit nervigen Kunden oder Kollegen herum schlagen und kann den ganzen Tag meinen eigenen Gedanken und Träumen nachhängen.

Aber… immer und überall dieses ABER: geistig gefordert werde ich dabei nicht. Die größte Herausforderung ist es, logistisch geschickt die Vorbereitungen und das Packen für die Turniere zu planen und meine Arbeit mit möglichst wenig zurückzulegenden Kilometern zu absolvieren. Ich bekomme ernsthaft das Gefühl, dass meine Gehirnzellen anfangen, sich zu dezimieren. Vielleicht vernichten sie sich aus purer Langeweile bereits gegenseitig? Laut einem albernen Internet-IQ-Test beträgt mein IQ angeblich nur noch 108… oh Schreck, habe da mal mehr Punkte erreicht! Ist das der Beweis dafür, dass ich langsam wirklich verblöde?

Das Schlimmste daran: Je weniger ich mein Gehirn beanspruche, desto träger werde ich. Meine ausgeprägte (und wohl inzwischen chronische) Büchersucht behindert oft das Lesen der Tageszeitung und damit meine politische und wirtschaftliche Allgemeinbildung.

Selbst diese Seite scheint in der letzten Zeit zu dem herunter gekommen zu sein, was ich anfangs unbedingt vermeiden wollte: einem Tagebuch, in dem ich von meinen unbedeutenden Lebens Stall schwafel, das niemanden interessiert und  in dem ich mittelmäßige Tierfotos präsentiere.

Ich werde mich in Zukunft wieder um interessantere, geistreichere und vielseitigere Themen bemühen; Themen, für die ich meine trägen Gehirnwindungen neu aktivieren kann und muss.

Da hier unglaubliche viele Leute auf meiner Seite landen, die auf der Suche nach kostenlosen Noten für Klavier, Gesang und was weiß ich noch alles sind, nutze ich das heutige Regenwetter, um für eine weitere Homepage zu werben. Durch die Mail eines guten Musik-Engels bin ich auf www.SheetMusicFox.com gestoßen. Diese grandiose Seite sollte sich jeder einmal mit viel Zeit zu Gemüte führen, der an klassischer Musik interessiert ist. Egal ob Klavierstücke, Orchesterpartituren oder Konzerte für andere Instrumente… hier gibt es alles erdenklich als pdf.Dateien. Ich persönlich habe erst einmal nur nach Beethoven geschaut und habe die Sonaten, Variaten, Symphonien, Quartette, etc. übersichtlich aufgelistet vorgefunden.

Man muss sich nicht einmal anmelden oder selbst Noten anbieten. Nein, alles steht öffentlich und kostenlos dort zur Verfügung, wohl allein durch Spenden und (nicht störende) Werbung finanziert. Natürlich kann ich nicht sagen, wie legal das Ganze ist, das muss jeder für sich selbst entscheiden, ich nehme jedenfalls keine Verantwortung dafür ;-)

Aber schaut einfach mal vorbei, ihr werdet sicher fündig.

Obwohl ich normalerweise ungerne Krimis oder Thriller lese, habe ich mich neulich endlich dazu breit schlagen lassen, Stieg Larssons Millennium-Trilogie zu lesen – oder besser gesagt als Hörbuch zu hören.millennium

Was soll ich sagen? Die drei Teile bestehend aus „Män som hatar kvinnor“ (Verblendung), Flickan som lekte med elden“ (Verdammnis) und „Luftslottet som sprängdes“ (Vergebung) sind grandios!!! Meiner Meinung nach absolut zu Recht ein Bestseller.

Der Journalist Mikael Kalle Blomkvist und die sozial inkompetente Hackerin Lisbeth Salander sind die Hauptcharaktere der Trilogie, beide aus dem wahren Leben gegriffen, wenn auch ein wenig zu perfekt in mancher Hinsicht. Dem Mitt-Vierziger fliegen die Frauen nur so zu und ein Workoholic ist nichts gegen ihn, Lisbeth hingegen hat mit ihren 24 Jahren ein Superhirn und übertrumpft alle anderen – auch was ihre kalte Gewaltbereitschaft und ihre eigenen dunklen Geheinisse betrifft.

Zusammen erleben die beiden so einiges um einen vermeidlichen Mordfall aufzuklären. An sich eine typische Ausgangsbasis jedes zweiten Krimis. Aber die Geschichte ist unglaublich lebhaft erzählt, die Geschehnisse verstricken sich immer weiter ineinander und die Bücher bleiben bis zur letzten Seite spannend und vor allem unvorhersehbar – auch wenn etliche Krimiexperten behaupten, das Ende bereits auf der ditten Seite gekannt zu haben. Nun gut, ich gebe zu, dass das Happy End tatsächlich abzusehen war…

Der Autor kann seinen journalistischen Hintergrund dabei nicht leugnen. Der Schreibstil ist zwar elegant aber sachlich nüchtern, wohl einem Krimi angemessen? Egal ob actiongeladene, brutale oder dramatische Augenblicke oder romantische (oder teils auch weniger romantische) Sexszenen… die Sprache wird nie blumig oder gefühlsgeladen. Ob das nun positiv oder negativ aufzufassen ist, bleibt jedem selbst überlassen.

Die Romane sind unglaublich und stellenweise übertrieben detailreich. Muss der Leser exakt wissen, welche Möbel welcher Marke „Salli“ bei Ikea kauft? Zudem vermittelt der Roman den Eindruck, Larsson wäre von diversen Elektronikfirmen gesponsort worden, damit er möglichst viele Markennamen, Computerfakten und -daten zur Schau stellt. So läuft die Trilogie Gefahr, etwas langatmig zu werden.

Während der erste Roman noch recht eigenständig und in sich abgeschlossen ist, geht der zweite ohne Unterbrechung in den dritten Teil über, man sollte sie also direkt im Anschluss lesen. Es handelt sich in den Romanen in erster Linie um zwei große Handlungsstränge in Teil eins und in den Bänden zwei und drei. Doch in jedes Buch werden noch weitere Zwickmühlen und Probleme mit eingewoben, die nur bedingt im Zusammenhang mit der Haupthandlung stehen und daher teilweise etwas verwirrend sind. Handelt „Verblendung“ nun von dem etliche Jahre zurückliegenden Familiendrama? Oder doch eher den aktuellen Gewalttaten eines einzelnen? Oder steht der Wirtschaftskomplott im Mittelpunkt? Schwer zu sagen…

Während „Män som hatar kvinnor“ inhaltlich noch recht überschaubar ist, rechnet Stieg Larsson in den darauffolgenden Büchern ganz gehörig mit der Regierung und Polizei ab. Ich weiß nicht, wie die Bücher in der Übersetzung zu lesen sind, aber es dürfte von Vorteil sein, sich wenigsten ein wenig im schwedischen Staatswesen auszukennen, um den tiefsitzenden Intrigen und Geheimnissen der Säpo etc. im Roman folgen zu können.

Wer die Bücher noch nicht gelesen hat (es soll tatsächlich noch einige wenige Menschen dieser Art geben), der sollte das unbedingt ganz schnell nachholen! Nehmt euch drei Tage Urlaub, lest in Vorlesungen oder am Arbeitsplatz… egal, lest einfach! Ich habe mich lange dagegen gewehrt und mehr aus Langeweile im Stall angefangen zu hören – und konnte nicht mehr ausschalten.

Manchmal frage ich mich schon, aus welchen Gründen manche Leute mit ihren Suchbegriffen ausgerechnet auf MEINER Seite landen.

Die Verknüpfung mit „Durchgeknallt“ kann ich ja noch nachvollziehen, würde sogar sagen, dass derjenige hier genau richtig gelandet ist. Aber was bitte hat jemand auf meiner Seite zu suchen, der mehr über „das erste mal Sex mit Hund“ wissen will? Hallo?! Ich liebe meinen Köter ja auch, aber solche Perversitätet gibt es weder auf meiner Seite noch in meinem Leben!!! Bah… ich bin erntsetzt!

Vor knapp sechs Wochen bekam ich wieder einen kleinen Jährling zu Training, um sie in Halter – dem Schönheitswettbewerb für Pferde – zu showen. Die Kleine wurde am Telefon von der Besitzerin als wunderschön und korrekt in den Himmel gelobt. Aus dem Hänger stieg dagegen ein mageres, überbautes Etwas mit Ramsnase, Unterhals/ Hirschhals und leichten Stellungsfehlern an den Beinen. Zudem war die liebe Kleine zwar wie versprochen anhänglich, aber unerzogen und rüpelhaft und ohne jegliches Interesse an „Arbeit“.

In den darauffolgenden Wochen gab ich mein Bestes, wenigstens an dem Benehmen zu arbeiten; der Rest lag nicht in meiner Macht.

Gestern hieß es dann trotz allem: stylen, waschen, frisieren, Hufe lackieren, schminken, etc. und schließlich von oben bis unten einpacken. Gott, wie ich solche Prozeduren hasse, ziehe zottelige, mit Schlamm verkrustete Pferde solchen Püppchen vor! Aber sie stieg in den Hänger wie ein Profi und spazierte vor Ort entspannt in ihre Box und war selbst in der riesigen Reithalle der Anlage in Bökeberg total cool, während andere um uns herum galoppiert sind und ebenfalls noch trainiert haben.

Am nächsten Morgen verpasste ich ihr noch den letzten Feinschliff, obwohl es vergebene Liebesmüh war. Unsere einzige „Konkurrenz“ war einzig und allein für Halter-Klassen gezüchtet und dafür perfekt gebaut und aufgestylt, hat wahrscheinlich nie eine Wiese gesehen. Aus Turniersicht war das Unterfangen also von vorne herein zum Scheitern verurteilt.

 Aber ich war trotzdem mehr als zufrieden, da die Kleine sich im Gegensatz zu der anderen tatsächlich vorbildlich benommen hat und sich nicht daran gestört hat, das andere um sie herum sprangen. Sie trabte entspannt neben mir her, stand perfekt still und war cool wie ein alter Turnierprofi. Jetzt ist sie wieder bei den zufriedenen Besitzern, die immer noch nicht verstehen, dass ihr Nachwuchs nicht ganz so perfekt ist, wie sie glauben.

Als unbedeutender kleiner Kirchenchor singen wie für gewöhnlich vor fast leeren Kirchenbänken. Umso spannender war es nun, mit der finanziellen Unterstützung etlicher Sponsoren ein großes Konzert mit der hier bekannten schwedischen Sängerin Sanna Nielsen auf die Beine zu stellen. Die 24-jährige Sanna ist durch einige Eurovision-Vorentscheide, eigene Singles und Radio populär geworden. In Deutschland vielleicht bekannt ihr Hit „Empty room“?

Sonntag den 17. Mai war es soweit, sich im alten „Folkets Park“ hier in Billesholm zu versammeln und den bis dahin mehr schlecht als recht eingeübten Songs den letzten Schliff zu verpassen, ehe wir nur 3 Stunden vor Konzertbeginn Sanna treffen konnten, um endlich unsere Lieder auch gemeinsam mir ihr und ihrem Gitarristen Joakim einzustudieren.

Aller Befürchtungen zum Trotz hat es richtig gut geklappt und Sanna entpuppte sich als unglaublich fröhliche und freundliche Person, so dass auch die von Lampenfieber geplagten Hobbysänger unseres Chores ihren Spaß bekamen. Um 18:00 Uhr wurde es Ernst und wir sangen in einem fast ausverkauften Haus (ca. 350 Personen) und sogar der Tagespresse! In unserem bunt zusammengemischten Programm mit Evergreens wie „Bridge over troubled water“, „Can’t help fallin in love“ und „Hallelujah“ oder wunderschönen Balladen wie „För kärlekens skull“, „Somewhere over the rainbow“ oder „You raise me up“ war wohl für jeden etwas dabei. Auch Sannas „Vågar du vågar jag“ wurde begeistert aufgenommen.

Unser Finale, das mit standing ovations belohnt wurde, war aus dem Film „Så som i himmelen“ (Wie im Himmel), mein persönlicher Favorit „Gabriellas sång“. Sanna hat es zwar nicht genauso perfekt wie Helen Sjöholm aus dem Film gesungen, aber dennoch wunderschön, so dass ich oben auf der Bühne den Tränen nah war. Dieses Lied ist einfach zum Weinen schön!

Es war ein Erfolg auf der ganzen Linie und die Zuschauer waren offenbar begeistert. Es geschieht nicht oft, dass ein Star wie Sanna in das beschauliche kleine Dorf Billesholm kommt. Im Helsingborgs Dagblad wurde unserem Konzert sogar eine ganze Seite gewidmet. Bilder und Bericht (für schwedisch-Kundige) gibt es hier.

 
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2. ...sicher fangen... 

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3. ... und töten! 

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4. Beute erfolgreich erlegt!

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